3. n. Trinitatis

1.Timotheus 1, 12-17

„Mir ist Barmherzigkeit widerfahren“ – fängt dieses Stichwort bei Ihnen auch an zu summen in der Seele? Dass es Erinnerungen weckt, wie Menschen ihr Herz anfingen zu öffnen für mich? Als ich mit dem Fahrrad der Donau entlang über die Grenze nach Serbien kam, ging es schon gegen Abend. Im übernächsten Dorf, es war Bački Monoštor, suchte ich ein Nachtquartier. Nichts – obwohl es mehrfach Hinweistafeln gab zu einer „Panzion“. Schließlich ging ich in eine Kneipe und versuchte ohne Serbisch-Kenntnisse zu fragen, wo man denn hier übernachten könne. Die Männerrunde lud mich erst mal zu einem Rakija ein. Dann telefonierte einer und sagte: ich solle hinter seinem Auto dreinradeln. Er führte mich zu seinem Haus, wo die Frau das Zimmer des auswärts lebenden Sohnes schon für mich zurechtgemacht hatte. „Mir ist Barmherzigkeit widerfahren“ – so religiös aufgeladen habe ich das damals nicht formuliert. Aber ich war den Leuten dankbar durch und durch.

„Mir ist Barmherzigkeit widerfahren“ – der Briefschreiber „Paulus“ erinnert an seine Vergangenheit: Wie er die Christen verfolgt hat und dabei prompt über die eigenen Füße gestolpert ist dabei. Den jüdischen Glauben schützen wollte er; die Abweichler, die der neuen Sekte der Jesusverehrer anhingen, bestrafen. Und meinte, auf diese Weise Gott ganz besonders zu dienen. Nun, das ging daneben, wie wir wissen: Die himmlische Stimme des Gottessohnes hat ihn glatt umgehauen, vom Pferd gestürzt vor Damaskus. „Saulus, was verfolgst du mich? Mich, den lebendigen Gottessohn?“ In den Christen, die du drangsalierst, schlägst du mir ins Gesicht, versündigst dich an der Liebe! – So ein Stolpern über die eigenen guten Absichten hab ich manchmal auch bei mir selbst erkannt, meistens leider erst im Rückblick: Ich wollte etwas ganz besonders gut machen und meine Idealvorstellungen durchsetzen. Und bin dabei Menschen nicht gerecht geworden. In einigen Fällen hab ich mich sogar schwer schuldig gemacht an ihnen. Zum Beispiel mein Wunsch als Chef, dass in meinem kirchlichen Verantwortungsbereich der Laden läuft, hat mich übersehen lassen: Wenn du Macht hast, musst du „höllisch“ aufpassen, dass du sie nicht unwillkürlich missbrauchst. Und Menschen zur Knetmasse deiner Vorstellungen machen willst – alles natürlich für einen guten Zweck: die Kirche mit zu bauen.

„Aber die Gnade ist desto reicher geworden“, fährt „Paulus“ fort, nachdem er seinen selbstgemachten Scherbenhaufen betrachtet hat. Die Gnade strömt – er hat es nicht verdient, sondern verbockt – aber die Gnade strömt jetzt erst recht in seinem Leben. Als sei der Scherbenhaufen seines Lebens für Gott wie Baumaterial von etwas Neuem, Unverbrüchlichem, Ewigem. Nicht zu fassen! Dass Gott nicht nachtragend ist im Unterschied zu uns Menschen so oft. Sondern dass Gott dranbleibt an uns, und mit unsern Fehlern, auch unserem Schuldigwerden, genauso gut an seiner kommenden Welt baut wie mit dem, wo wir meinen, dass wir es gut gemacht haben. Kurzum: Ohne Paulus säßen wir heute nicht hier zum Gottesdienst. Daran sehen wir, wie vorausschauend und zukunftsgestaltend der barmherzige Gott ist. Er ließ ausgerechnet durch den gestrauchelten Paulus seine frohe Botschaft in alle Welt tragen.

Was macht das mit meiner Seele, will ich fragen, - wohin führt und zieht das mein inneres Wesen, wenn Gottes Barmherzigkeit derart unkonventionell ist? Wenn seine strömende Güte sich so wenig um Moral und „Alles-richtig-Machen“ schert, dass sie mit leichter Hand und großer Liebe gerade aus Sündern das Haus Gottes baut? Für mich ist das erste, was da zupft, ermuntert, auch zieht in mir, die Einladung: Willst du was wagen? – Normalerweise möchte ich die Dinge meines Lebens unter Kontrolle haben. Das klappt im Alltagsleben auch ganz gut: Einkaufen, Termine absprechen und in der Regel einhalten, Tickets buchen und da und dorthin reisen, Vorsorgeuntersuchungen machen lassen und mit meinem Körper bewusst umgehen. In Beziehungen kann das freilich zum Sprengsatz werden, wenn eins das andere allzu sehr seinem Kontrollbedürfnis unterwirft. Und, worauf ich hinaus will, wenn es ums Wesen geht, um den inneren Sinn und Auftrag, wozu ich auf der Welt bin, da kenne ich Zonen mächtigen Herzklopfens bei mir: z.B. welchen Beruf soll ich wählen? Wenn dabei Schwierigkeiten auftauchen: beiße ich mich durch, oder kommt ein Punkt, wo es besser ist zu gehen, - oder wäre gerade das dann Flucht statt inneres Rückgrat? Und was, wenn mich das leise Gefühl beschleicht: bist du eigentlich im Lauf deiner Lebensentfaltung in Abhängigkeiten gerutscht? Dass anderes Kontrolle gewinnt über dich: abhängig von Ehre, vom Beifall anderer, auch von einem Suchtmittel, von Geld, vom eigenen Maßstäben und Werturteilen, die dich im verengten Tunnelblick auf dich und andere Menschen schauen lassen, usw. –

Willst du was wagen? fragt Gott mich heute durch diesen Bibelabschnitt. Willst du wagen, klar zu leben, immer klarer zu dir selbst zu stehen? Ich hab da ziemlich viel Vertrauen gebraucht, wenn ich gespürt habe: ein Schritt in neues Gelände wird fällig. Und da habe ich keine Landkarte und Kontrolle. Da muss ich den ersten Schritt tun, muss Ja-sagen und zum bisherigen Nein. Manchmal ein Nein unter Schmerz und Angst. Nicht immer so radikal, dieses Nein, wie bei „Paulus“. Dass ich alles Vorherige an mir als Sünde und lasterhaftes Leben empfinde. Aber doch auf dieser Spur. Ohne ein „Nein“ zu wagen, kommst du nicht zum klaren „Ja“, zur Klarheit und Lauterkeit gegenüber Gott und Mensch und in dir selbst. „Willst du’s wagen?“, sagt Gott, und macht Mut: ich fang dich auf. Ich umfange dich in den Armen meiner Barmherzigkeit. Auch und gerade, wenn es dir daneben gehen sollte.

Wer auf eine Expedition gestartet ist oder auf eine Bergtour, der trägt nichts Unnötiges mit sich herum. Alles: Schuhe, Regenschutz, Trinkwasser, Ersatzkleidung, Proviant – alles soll dazu dienen, das Ziel zu erreichen. Es sind dieselben Dinge wie vor dem Aufbruch. Aber sie sind wie Eisenspäne in einem Magnetfeld: plötzlich ausgerichtet durch eine unsichtbare Kraft. Gott ist tausendmal stärker als selbst ein kosmisches Magnetfeld. Aber er zwingt mich Spänchen von Mensch nicht. Gott fragt vielmehr. Ich höre heute als zweite Frage heraus: Willst du dich zur Verfügung stellen? Mit dem, was du bist; mit dem, was du hast, dem großen Ziel dienen? Dem Ziel nämlich, dass der Strom göttlicher Barmherzigkeit immer reicher werde. Mir ist Barmherzigkeit widerfahren oft und oft. Weil ich’s verdient hätte, so ein besonderer Kerl wie ich? – bei dem man wie bei einem populären Alt-Fußballer gern ein Auge zudrücken möchte, wenn der was verbockt hat gegenüber dem Finanzamt? – Nein. Mir ist Barmherzigkeit widerfahren unverdient. Damit sie durch mich in allem, was ich bin und hab, weitergegeben werde. Weil sie von Gott kommt, die Barmherzigkeit. – Willst du was wagen? Willst du dich zur Verfügung stellen? Die Fragen und Einladungen Gottes hören nicht auf in mir zu summen… :-)

Pfarrer Hans-Frieder Rabus

 

1.Timoteju 1, 12-17                 12.06.2016
„Milost se preobilno izlila“ (naziv pesme, prim.prev.) – ne počinje li i vaša duša da pevuši ovu pesmu? Ne bude li se sećanja kako su ljudi počeli da otvaraju svoje srce za mene? Kada sam biciklom duž Dunava prešao granicu prema Srbiji, bilo je već veče. U drugom selu od datle, u Bačkom Monoštoru, tražio sam prenoćište. Ništa – iako je bilo više tabli sa natpisom „Pansion“. Na kraju sam otišao u neki kafić i bez ikakvog znanja srpskog jezika pokušao, da nađem prenoćište. Ljudi su me prvo pozvali na jednu rakiju. Onda je jedan od njih telefonirao i rekao da biciklom pratim njegov automobil. Odveo me do svoje kuće, gde je njegova žena već pripremila sinovljevu sobu, pošto on više ne živi tu. „Milost se preobilno izlila“ – tada to tako religiozno nisam formulisao. Ali tim ljudima sam bio izuzetno zahvalan.
„Milost se preobilno izlila“ – pisac pisma „Pavle“ podseća na svoju prošlost: Kako je progonio hrišćane i pritom se sapleo o sopstvena stopala. Hteo je da sačuva jevrejsku veru; da kazni odpadnike koji su se prključili novoj sekti „Isusovim obožavaocima“.   Mislio je da tako na poseban način služi Bogu. Međutim, kao što znamo, to baš nije tako prošlo: Nebeski glas Božijeg Sina ga je bukvalno srušio s konja pred Damaskom. „Savle, Savle, zašto me goniš? Mene, živoga Sina Božijeg?“ U hrišćanima koje mučiš, biješ mene, ogrešuješ se o Ljubav! – Takvo saplitanje o sopstvene dobre namere ponekad sam primećivao i kod sebe, nažalost uglavnom tek pri osvrtanju na ono što je prošlo: želeo sam da uradim nešto posebno dobro i da sprovedem svoje idealne zamisli, a pri tom nisam bio pravedan prema ljudima. U nekim slučajevima čak sam se teško ogrešio o njih. Na primer moja želja kao šefa da sve u mom domenu što se crkve tiče funkcioniše, doveo me je do toga da previdim: ako imaš moć, moraš „užasno“ da vodiš računa da je ne zloupotrebiš i da ljude ne načiniš masom za oblikovanje po sopstvenoj zamisli – sve naravno zarad dobrog cilja: da se gradi crkva.
„A milost se preobilno izlila“, nastavlja “Pavle”, pošto je posmatrao krhotine koje je sam načinio. Milost se izliva – on je nije zaslužio, već protraćio – ali milost tek sad struji njegovim životom. Kao da krhotine njegovog života za Boga predstavljaju građevinski materijal za nešto novo, nesalomivo, večno. Neverovatno! Da, Bog nije zlopamtilo. Za razliku od nas, Bog ostaje uz nas i sa našim greškama i našim krivicama, jednako dobro gradi svoj nastupajući svet kako sa našim krhotinama tako i sa onim što mi smatramo da smo dobro uradili. Ukratko: Bez Pavla mi danas  ne bi sedeli ovde na bogosluženju. Po tome vidimo koliko unaped planira milosrdni Bog oblikujući budućnost. Upravo kroz nasukanog  Pavla Bog daje da se njegova dobra vest širi u ceo svet.

Kako to utiče na moju dušu, hoću da se pitam,  - gde vodi i vuče moje unutrašnje biće, kada je Božije milosrđe toliko nekonvencionalno? Kada se struja njegove milosti toliko malo brine za moral i „kako da sve učinim ispravno“, da olako i sa mnogo ljubavi upravo sa grešnicima gradi Božiju kuću? Kod mene je ono što me kopka, ohrabruje i privlači, poziv: „Hoćeš li da se odvažiš?“ Uobičajeno je da želim da kontrolišem stvari u svom životu. U svakodnevici to i dobro funkcioniše: kupovina, dogovaranje termina kojih se uglavnom i držim, kupovanje karata i odlazak na putovanja, obavljanje preventivnih pregleda i korektno se odnositi prema telu. U međuljudskim odnosima to može postati kao dinamit, kada jedna osoba sve želi da podredi potrebi da se sve kontroliše. A kuda treba da sve vodi, ako se radi o ličnosti, o unutrašnjem smislu i zadatku, zašto sam na svetu? U ovoj oblasti prepoznajem zone kada mi srce jače lupa: na primer, koji poziv treba da izaberem? Kada se pri tom pojave teškoće: zagrišću dok ne prođe ili će doći trenutak kada je bolje otići, - ili bi upravo to značilo uzmicanje umesto unutrašnjeg povlačenja? A šta ako mi se podvuče osećaj: nisi li na svom životnom putu skliznuo u zavisnost? Pa nešto drugo vlada tobom: zavistan od časti, od aplauza drugih ili nekog opojnog sredstva, od novca, od ličnih merila vrednosti koje te navode da sebe i druge gledaš suženim vidikom, itd. – Hoćeš li da se upustiš u to? Pita me Bog danas ovim tekstom. Hoćeš li da se odvažiš da živiš jasno, sve jasnije prema samom sebi? Meni je bila potrebna prilična doza poverenja, kada sam osećao: na redu je korak na novo tlo za koje nemam mapu ni kontrolu. Onda moram da načinim prvi korak, moram da kažem „da“ dosadašnjem „ne“. Ponekad je „ne“ sa bolom i strahom. Nije uvek tako radikalno, to „ne“, kao kod „Pavla“ - da sve predhodno u meni osećam kao greh i opterećujući život. Ali ipak na tom tragu sam. Bez odvažnosti na „ne“, nećeš doći do jasnog „da“ do jasnoće i očišćenja pred Bogom i ljudima, ali i u sebi samom. „Koćeš li da se usudiš?“, kaže Bog i pri tom ohrabruje: ja ću te držati. Zagrliću te svojim milosrđem i onda ili upravo onda kada ne budeš dobro.
Onaj ko je pošao na ekspediciju ili na planinarenje sa sobom ne nosi ništa nepotrebno. Sve: cipele, zaštita od kiše, voda za piće, preobuka, hrana, sve treba da služi tome da se dođe do cilja. Sve su to iste stvari kao i pre puta, ali sada kao čelični opiljci u magnetnom polju, odjednom sve je usmereno ka jednom polu. Bog je hiljadu puta jači nego kosmičko magnetno polje. Ali on mene – opiljka – ne prisiljava. Bog zapravo pita. Kao drugo pitanje danas čujem: Hoćeš li da budeš na raspolaganju? Sa onim što jesi; sa onim što imaš da služiš velikom cilju? Naime, cilju da izliće Božije milosti bude što bogatije. Prema meni se milost izlivala i izlivala. Zato što sam zaslužio, tako poseban kao što sam? – prema kome bi najradije kao prema starom fudbaleru zažmurili, kada bi propustio nešto prema poreskoj upravi? – Ne. Nezasluženo se izlila milost pema meni. Da bi kroz mene u svemu što jesam i imam mogla dalje da teče. Zato što dolazi od Boga, milost.  – Hoćeš li da se odvažiš? Hoćeš li da budeš na raspolaganju? Pitanja i pozivi Božiji ne prestaju da pevuše u meni...
Amin.