Ostersonntag

Lukas 24, 1-12

Wonach duftet Ostern? Nach Blumen, nach Palmkätzchen mit ihrem würzigen Rindenduft, nach hart gekochten Eiern, nach Schokoladehäschen? Für mich auch nach Rührkuchen: Osterlamm aus Vanille-Teig, weiß durch Puderzucker. Aus Kinderzeiten habe ich den Duft von frischem Moos in der Nase, mit dem unsere Osternestchen ausgepolstert waren: erdig und pflanzenfrisch. Duftet Ostern also ganz verschieden, je nach unseren Bräuchen? Sicherlich. Ein Fest wäre arm ohne seinen besonderen Duft.

Von „Aroma“ spricht der Evangelist zu Beginn seiner Ostererzählung. Die Frauen tragen wohlriechende Öle mit sich, - „aromata“ heißt das im griechischen Neuen Testament. Damit wollen sie den Leichnam Jesu salben. Jenen gemarterten Köper, der nach Blut, Schweiß, Tränen und Leichengeruch stinkt. Wenigstens ein letztes Mal ihn liebevoll berühren. Wenigstens für eine Weile den unaufhaltsamen Todesgeruch bannen und überdecken mit dem Duft der Liebe und des Lebens! – Mir gehen sie zu Herzen, diese Frauen. Die nicht ablassen können, Jesus zu lieben. Weil seine Liebe so überwältigend groß war, dass sie auf Ewigkeit zielt. Ich sehe in diesen Frauen verkörpert den Nachbarn an meinem deutschen Wohnort, der voll Schmerz und Liebe zum Grab geht mit seinem Dreijährigen. Unter dem noch frischen Blumenberg liegt seine Frau, die Mutter des Kindes. Ich sehe in einer Fotoausstellung den Arzt eines syrischen Behelfskrankenhauses, wie er mit unsagbar trauriger Miene einem blassen Kind den Puls fühlt, vergeblich – und daneben das schreiende Gesicht der Mutter voller Tränen, die ihr Kind an sich ziehen will und es doch nicht wird halten können. Wir sehen das bittere Leid der Angehörigen von Terroropfern – wieder einmal so nahgerückt. Der Tod lacht über unsere Versuche, ihn mit Aroma des Lebens zu überdecken. Ist es nicht so? Am Ende wird er gesiegt haben. Dieses Wissen, diese ohnmächtige Traurigkeit geht mit zum Höhlengrab, das die Frauen um Jesus aufsuchen am ersten Tag der Woche, in aller Herrgottsfrühe.

Dass es eine wundersame Herrgotts-Frühe werden soll, ein Morgen, der alles verwandelt, ahnen sie nicht. Im Gegenteil: Ihre Liebe greift ins Leere. Ihre sorgsam vorbereiteten Spezereien verströmen ihr Aroma umsonst. Die Frauen auf dem Weg zum letzten Liebeserweis finden den Leichnam nicht mehr vor. „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ – welch eine Frage, die sie da erwartet! In der Grabeshöhle, am Tiefpunkt aller Menschentiefen, am Ort des Allergewissesten und Endgültigsten auf Erden: der Vergänglichkeit. „Das ist todsicher“, sagen wir Deutschen, wenn wir etwas unwiderruflich bekräftigen. – Und da sagen die ungreifbar hellen Gestalten zu ihnen: „Ihr seid im falschen Film!“? Ihr sucht am falschen Ort. Den Lebenden findet ihr nicht bei den Toten. Nicht hier. Nichts ist todsicher. Auferstanden ist er.

Was macht das mit den Frauen – was macht das mit uns, wenn wir uns plötzlich „im falschen Film“ vorfinden? Wenn die Koordinaten, innerhalb derer wir unser Leben eingerichtet haben, nicht mehr stimmen? Wenn mein Wissen, meine Lebenserfahrung, nicht mehr weiterhilft? Weil da was Neues passiert mit mir und meiner Lebenswelt? – Dass uns die Orientierung verloren geht, gibt es halt nicht nur beim Wandern oder in einer fremden Stadt. Das gibt es im Schlimmen, wenn z.B. jemand durch einen Autounfall querschnittsgelähmt wird – und nichts in seinem Leben ist mehr wie vorher. Das gibt es im Guten, wenn jemand überraschend auf den Mann, die Frau seines Lebens trifft – und in dieser Begegnung überhaupt erst entdeckt, dass seine Versuche vorher nichts waren im Vergleich zu solch durchdringender, lebensumkrempelnder Liebe. Und das wird von den beiden Boten als weltumstürzende Kraft vermeldet, hier am Fixpunkt und Fundament all unserer Koordinatensysteme: Er ist nicht hier, den die Mächtigen „todsicher“ ausschalten wollten für immer.

Auf einer Schwelle sind die Aroma-Trägerinnen in dieser geheimnisträchtigen Herrgotts-Frühe. Sind absolut verunsichert, wissen nicht, was ihnen geschieht und wie weiter. Wie gut, dass ihnen – und mit ihnen uns – ein luftiges Geländer geboten wird: Worte nur, weich, nicht zu greifen wie Luft, - aber, wie sich zeigt: tragfähig bis heute. „Erinnert euch an das, was Jesus gesagt hat damals in Galiläa“, ermuntern die Stimmen in der Grabhöhle. Gesagt hat er, dass da ein göttliches „Müssen“ ihn umgibt und leitet. Dass er nicht leben kann, ohne ständig auf seinen himmlischen Vater zu lauschen. Und lernt im Hören das Ja-Sagen, das Einwilligen in jeden Schritt, den er gehen muss, weil Gott sagt: So, wie’s zugeht bei den Menschen – da „muss“ man sich doch drüber erbarmen! Der Zwölfjährige „muss“ im Tempel, im Haus seines Vaters sein, um das Hören zu üben. (Lk 2, 49) Der Dreißigjährige „muss“ im Haus des Zachäus einkehren, damit der frei werden kann vom Dämon des Besitzen-Müssens. (Lk 19, 5) Zuletzt – und alles umfassend - „muss“ der Mensch Gottes alle Kraft und Gewaltlust der Sünde auf sich ziehen, indem sie ihn martern am Kreuz bis zum Tod. (Lk 24, 26) Als ob er die Schlange des Todes restlos in sich verbeißen ließe, bis all ihr Gift verausgabt ist und ihre tödliche Kraft dahin. Und am dritten Tage „muss“ er auferweckt werden aus dem Tod. Weil es ein Weg ist, dieses Sterben, kein Endpunkt. Weil der Schöpfergott Ja sagt zu dieser Hingabe Jesu bis zum Tod am Kreuz. Erinnert euch an solche „Geländer-Worte“, sagen die Boten.

Was werden die Frauen tun, deren Leben zum „falschen Film“ geworden ist? Werden sie zurückstreben zu den vertrauten Orientierungen? Hier das Leben – und am Ende der Tod von allem? – Nein, sie „verkündigen“, sagt der Evangelist ganz gezielt mit diesem Wort. Die nichts zu sagen haben in der antiken Welt und in vielen Kulturen heute noch, und in manchen Kirchen ebenso, - ausgerechnet Frauen „verkündigen“ den Männern; Lukas nennt sie hier bewusst “Apostel“, das meint: „Ober-Verkündiger“! Ich seh‘ geradezu sein schelmisches Osterlachen, indem Lukas solch verkehrte Welt beschreibt, wer da wem was zu sagen hat. – Prompt heißt es: Weibergeschwätz. Überhitzte Phantasie. Autosuggestion: wir kennen doch die Trauerphase des „Nichtwahrhabenwollens“.

Aber sie riskieren die Blamage, die Frauen. Und wecken, rufen uns, dass wir mit ihnen ebenso den Mund auftun: für das Leben, gerade weil Machtkampf und Krieg nicht enden will auf Erden. Sie wecken uns, dass wir der Liebe vertrauen, die stärker ist als der Tod: selbst wo Hass und Terror hohnlachend Unschuldige zerfetzen. Selbst wo Engherzen und Angstmacher ihre braune Suppe kochen wollen, weil so viele davonlaufen vor Hunger und Gewalt, und in Europa anlanden. Man blamiert sich wohl in unserer harten Welt, wenn man für Versöhnung eintritt, für Gerechtigkeit demonstriert, für Frieden hofft und arbeitet, wo nur Interessen, Bataillone und Bomben zählen. Wir haben nun mal nichts in der Hand, wenn wir einen „Riecher für Ostern“ bekommen wie die Frauen in jener Herrgotts-Frühe. Keine Garantieurkunde, mit der wir’s beweisen könnten. Nur sein Wort – und das Wort der Osterzeuginnen. Vielleicht sind wir heute Morgen eher beim ersten Schritt an ihrer Seite: tragen womöglich selbst Trauer und hilflose Liebe in uns. Vielleicht sind wir wie sie gerade ganz durcheinander, auf irgendeiner Schwelle: dem zweiten Osterschritt, der unsere bisherige Lebens-Orientierung infrage stellt. Aber lasst uns einen dritten Schritt wagen - dem Wort dieser Zeuginnen trauen und seinem Geheimnis entgegenwachsen: Ostern macht dein Herz frei, ganz aufs Leben und die Liebe zu setzen. Denn durch Christus ist am Ende der Tod blamiert, und wir - im Leben!

Pfarrer Hans-Frieder Rabus

 

 

Luka24, 1-12 Vaskrs 27.03.2016

Na šta miriše Vaskrs? Na cveće, na grančice vrbe sa mirisom kore drveta, na tvrdo kuvana jana, na čokolande zečiće? Meni miriše i na kolač sličan kuglofu: vaskršnje jagnje – testo sa vanilom, odozgo beo od šećera u prahu. Iz detinjstva pamtim miris sveže mahovine, kojom smo punili naša uskršnja gnezdašca: miris zemlje i svežeg bilja. Miriše li Vaskrs sasvim različito u zavisnosti od naših običaja? Sigurno. Praznik bi bio siromašan bez svojih karakterističnih mirisa.

O „aromi“ govori evangelista na početku priče o Vaskrsu. Žene nose mirisno ulje, na grčkom Novom zavetu „aromata“. Htele su time da balsamuju Isusovo telo. Izmučeno telo koje miriše na krv, znoj, suze i leš. Da ga poslednji put nežno dodirnu. Da bar na kratko odagnaju nezadrživi miris smrti i prekriju ga mirisom ljubavi i života! – Drage su mi ove žene, koje ne mogu da odustanu od ljubavi prema Isusu. Jer je njegova ljubav bila toliko velika, da je dosezala u večnost. U njima vidim i običje mog komšije u Nemačkoj, koji ispunjen bolom i ljubavlju ide na grob sa svojim trogodišnjakom. Pod još uvek svežim cvećem leži njegova supruga, majka deteta. Vidim ih i na jednoj izložbi fotografija, gde lekar improvizovane sirijske bolnice neizrecivo tužnog izraza lica meri puls detetu – a pored njih, krik na majčinom licu punom suza koja hoće da svoje dete privuče k sebi, a ipak ga neće moći zadržati. Vidimo i gorku patnju srodnika žrtava terorističkih napada – još jednom veoma blizu. Smrt se smeje našim pokušajima da je prekrijemo mirisima života. Nije li tako? Na kraju će pobediti. To znanje, ta nemoćna tuga seže do grobnice, koju ove žene posećuju u ranu zoru da bi našle Isusa.

Da će to biti zora koja će sve promeniti, one ni ne slute. Upravo suprotno: Njhova ljubav nailazi na prazninu. Brižljivo pripremljeno bilje uzalud otpušta svoje arome. Na putu da odaju poslednji čin ljubavi, žene ne nalaze leš. „Zašto živoga tražite među mrtvima?“ - kakvo pitanje, koje ih tamo dočekuje! U grobnici, na najdubljoj tački ljudskosti, na mestu onog najizvesnijeg i onog krajnjeg na zemlji: prolaznost. „Sigurno kao smrt“, kaže se kod nas u Nemačkoj, kada želimo nešto neosporno da potvrdimo. – A ovde sjajne osobe im kažu: „Vi ste u pogrešnom filmu!“? Tražite na pogrešnom mestu. Živoga nećete naći među mrtvima. Ne ovde. Ništa nije „sigurno kao smrt“. Vaskrsnuo je on.

Kako to utiče na žene - kako to utiče na nas, ako se iznenada nađemo u „pogrešnom filmu“? Kada koordinate u okviru kojih smo sredili svoj život više ne važe? Kada moje znanje, moje životno iskustvo, više ne pomaže, jer se nešto novo dešava sa mnom i mojim svetom? – Da izgubimo orijentaciju, ne događa se samo na planinarenju ili u nepoznatom gradu. Toga ima u strašnim događajima, kada na primer neko posle automobilske nesreće ostane nepokretan – i u njegovom životu više ništa neće biti kao pre. Toga ima i u dobrom, kada neko iznenada sretne čoveka, ženu svog života – i pri tom susretu po prvi put uopšte otkrije da njegovi pređašnji pokušaji nisu ništa u poređenju sa ovakvom prodornom ljubavlju koja život okrene naglavačke. Ova dva vesnika to objavljuju kao silu koja ruši svet ovde na fiksnim tačkama i temelju naših koordinatnih sistema: Onaj koga su moćnici „sigurni kao smrt“ hteli zauvek da isključe, nije ovde.

Ove tajanstvene zore, žene koje nose mirise su došle do same ivice. Potpuno nesigurne, ne zanju šta se to događa, ni kako dalje. Kako je dobro što im se, a sa njima i nama, nudi vazdušasta ograda: samo reči, meke, neuhvatljive kao vazduh, ali kao što se pokazalo: izdržljive do danas. „Setite se šta vam je Isus rekao dok je još bio u Galileji“, ohrabruju glasovi u grobnici. On je rekao da ga okružujue i vodi Božansko „moranje“. Da on ne može da živi a da stalno ne osluškuje svog Nebeskog oca. I da poslušno uči da kaže DA, da pristaje na svaki korak kojim mora da hodi, jer Bog kaže: Po onome šta se sve događa među ljudima – tu „mora“ da bude milosti! Dvanaestogodišnjak „mora“ u hram, u kuću svog Oca, da vežba slušanje. (Luka 2, 49) Tridesetogodišnjak „mora“ da uđe u Zakejevu kuću, da bi se on oslobodio od demona „moram da imam“. (Luka 19, 5) Na kraju – sveobuhvatno - „mora“ čovek Božiji da svu silu greha i želje za nasiljem primi na sebe, tako što ga muče do smrti na krstu. (Luka 24,26) Kao da dao da ga zmija smrti iznutra proždre, sve dok sav svoj otrov ne utroši i dok ne iskali svu silu smrti. A trećeg dana „mora“ vaskrsnuti iz smrti. Jer, ta smrt, je put, a na krajnja tačka. Vesnici kažu, setite se tih „reči kao ograde“.

Šta će učiniti žene čiji je život postao „pogrešan film“? Hoće li se sezati za poznatim orijentirima? Ovde život – i na kraju svega smrt? – Ne, one „objavljuju“ kaže evangelista, birajući namerno tu reč. One, koje u antičkom svetu i mnogim kulturama i crkvama i danas, ništa ne vrede – baš žene „objavljuju“ muškarcima; Luka ih ovde namerno naziva „apostolima“, što znači: „vrhovni vesnik“! U tome kako Luka ovakav naopaki svet opisuje – ko kome tu ima šta da kaže - vidim njegov vragolasti uskršnji osmeh. Iznenada kaže: „ženske besmislice“. Preterana mašta. Autosugestija: znamo mi za fazu tugovanja – „neprihvatanje stvarnosti“.

Ali one rizikuju blamažu i bude, zovu nas, da i mi sa njima otovorimo usta: za život, upravo jer borba za vlašću i ratovi ne prestaju na zemlji. Bude nas da verujemo ljubavi koja je jača od smrti: čak i tamo gde mržnja i teror gromkim smehom nedužne razara. Čak i tamo gde stegnuto srce i oni koji šire strah hoće da zakuvaju svoju čorbu, jer toliki beže od gladi i nasilja i stižu do Evrope. U našem okorelom svetu postaje blamaža ako se zastupa pomirenje, ako se demonstrira za pravednost, nada se i radi za mir, u svetu u kome važe samo bataljoni i bombe. Ništa nemamo u ruci, ako dobijemo „nos za Vaskrs“ kao ove žene u cik zore. Nema garantnog lista kojim bismo mogli dokazati. Samo njegova reč – i reč svedoka vaskrsnuća. Možda smo mi ovog jutra na prvom koraku ka njihovoj strani: možda i sami nosimo tugu i bespomoćnu ljubav. Možda smo i mi kao i one potpuno pometeni, na nekoj ivici: na drugom koraku, koji naše dosadašnje životne orijentire stavlja u pitanje. No, usudimo se na treći korak – verujmo reči ovih svedokinja i rastimo u susret toj tajni:Vaskrs oslobađa tvoje srce, da sasvim računaš na život i ljubav. Jer kroz Hrista je na kraju smrt izblamirana, a mi – u životu!