Judika

 

Hebräer 5, 7-9

Das ist eine dunkle Zeit bei Jesus, auf die der Hebräerbrief hier anspielt: seine Angst vor dem Tod; seine Bitte, ob er nicht verschont werden könnte vorm drohenden Leiden. Sein Beten und Kämpfen im Garten Gethsemane. Jesus weiß, was Angst ist, Todesangst. Und er hat niemanden, der ihm da beisteht. Der ihn tröstet, mit ihm leidet, ihn trägt. Jesus kämpft allein. Und er wehrt sich ganz kreatürlich gegen das Sterben-Müssen. So wie unsereins total geschockt wäre und voller Auflehnung, wenn z.B. der Arzt uns nach der Untersuchung erklären müsste: „Wir haben leider einen bösartigen Tumor bei Ihnen festgestellt, und der hat schon viele Metastasen gebildet.“ – „Aber wir werden alles tun, was in unseren Händen steht“, wird der Arzt sofort hinzufügen. Bei Jesus gibt es niemanden, das alles tun wird für ihn. Seine Getreuesten, die drei Jünger, die er mitgenommen hatte in den Garten, schlafen.

„So hat Jesus an dem, was er litt, Gehorsam gelernt“ – das ist ein Wort, eine Deutung des Geschehens hier im Hebräerbrief, die mir ganz und gar widerstrebt. Dass Jesus durch Leiden gehorchen lernen musste, - also das ist doch schwarze Pädagogik! Manche unter uns brauchten vielleicht jahrzehntelang, um sich in ihrem spirituellen Lebenslauf von solch einem unheimlichen Gottesbild freizustrampeln. Dass Gott ein höheres Wesen sei, das sich nicht in die Karten schauen lässt, aber dennoch Unterwerfung will. Dass Leiden eine Strafe von ihm sein könnte für einen Fehler von mir, für Ungehorsam, für Sünde. – Dieses Gottesbild stimmt nicht überein mit dem, wie Jesus Gott sonst verkündigt und ihm begegnet. Der Gott Jesu will keine Kriecher und Speichellecker, die nur auf Druck von oben gehorsam sind. Sonst hätte er uns Menschen ja nicht ausdrücklich als sein Ebenbild erschaffen und mit hoher Gestaltungsmacht und Verantwortung betraut fürs Leben, ja für unsere ganze Welt. Ich bin froh, dass hier selbst von Jesus gesagt werden muss: er konnte das nicht einfach, die Sache mit dem Gehorsam. Er musste sie auch erst lernen.

So lasst uns noch genauer hinschauen, was das denn ist, was Jesus in der Sicht des Hebräerbriefs lernt in seinem Beten und Kämpfen. Ich find das so tröstlich, dass selbst ein Jesus Angst hat vor dem Sterben. Und dass er bittet und bettelt aus abgrundtiefer Not: Lass diesen Kelch vorübergehen, verschone mich! Darin ist er all dem in mir nahe, das in meiner ersten Lebenssekunde sich Luft verschaffen musste, - und das nie ganz weg sein wird: mein Geburtsschrei. Dieses schockierte, hilflose, wortlose Barmen eines kleinen Menschenbündels: Hilf mir doch! Birg mich Nackten, Frierenden, plötzlich der Schwerkraft Preisgegebenen, die mich runterzieht in Fleisch und Knochen. Bergt mich doch, du Welt, du Mensch, du Gott, erbarmt euch über meine Not! – mein Geburtsschrei, ist er nicht eine Urform des Betens? Des verzweifelten Rufens nach Hilfe und Getragen-Werden? Dass unser Ich, obwohl wir’s im psychologischen Sinn noch gar nicht haben, ein Ich-Bewusstsein, - von der ersten Sekunde an hat mein kreatürliches Ich Not ums Überleben und Angst von dem Zunichtewerden, dem Vergehen. Jesus, der wahre Mensch, er schreit so wie wir alle. In der Krippe von Anfang an. Und in der Agonie, im Todeskampf, der hier im Garten beginnt. Er wehrt sich um sein Leben.

So wie wir alle schreit Jesus – und doch anders. Das feine Gespür des Hebräerbriefs drückt es so aus: Jesus „bringt sein Schreien dar“. Das meint: Jesus tut hier zwei Dinge zugleich: er kämpft um sein Leben. Und er kämpft um unser Leben. Wie ein Priester tritt er für uns alle vor Gott. Wie ein Priester vollbringt er seine Aufgabe: bereitet das Opfer, das befreit und versöhnt. Wie ein priesterlicher Fürbitter bringt Jesus seine und unsere Tränen Gott dar – gleichsam ein Opfer aus der Tiefe, eine letzte Gabe dessen, der nichts mehr hat und geben kann als sich selbst in aller Not. Und sagt ein Wort zu Gott, das größer ist als sein geängstigtes Herz. Sagt: „Doch nicht, was ich will, sondern was du willst, mein Gott und Vater“. Abba, Papa sagt Jesus gibt sich in die Hände Gottes, die ihn so unbegreiflich peinigen. Er ergibt sich, ohne sich trostlos oder trotzig selbst aufzugeben. Keine Sicherheit hat er mehr und ist dennoch bereit, seinen Weg weiterzugehen. In den Tod. Ins Leben. Nur gehalten vom Hören. Vom Hören auf Gott, der nur eines sagt: Geh diesen Weg zuende. Den Weg, wo dir dein Ich genommen wird. Und du nicht weißt, was aus dem Todesdunkel dir neu entsteht aus meiner Schöpferhand. „So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, an dem, was er litt, Gehorsam gelernt.“ Dieser einmalige Mensch. Der die Herrschaft seines kreatürlichen Ich entmachten konnte. Weil sein Herz zu hören verstand, nicht nur seine Ohren. Weil er also liebte. Seinen göttlichen Vater. Und uns alle mit unseren Schmerzen und Tränen.

Das ist keine Geschichte zum Nachahmen. Keine Aufforderung: nimm dich zusammen, lerne Gehorsam wie Jesus und überwinde deine Ängste. Nicht zum Nachahmen sind wir hier aufgerufen, sondern zum Anschauen. Zum Sinnen, Staunen, Fragen: Wer bin ich – und wer bist du, Gottessohn, Bruder in meinen Nöten? Und was macht das mit mir, wenn du meinen Ängsten Worte gibst und meine Verzweiflungsnächte Gott darbringst in deinen Tränen? Kann es sein, indem ich auf dich schaue, dass mein unerbittliches Angst-Ich und mein Schmerzens-Selbst mich nicht mehr ungebrochen regiert? Weil ich in deinem Kämpfen mit Gott und mit dir selbst einen Stellvertreter habe. Der auch meine Nöte mit durchkämpft. Sie nicht löst, aber sie vor Gott trägt. Als Stimme, wo ich keine Worte mehr habe. Als Lauschen, wo ich nur Schweigen und Sinnlosigkeit vernehme. Als „Gehorsam“ eben trägt Jesus meine Nöte vor Gott. Noch im Schreien - horchend. Ge-horsam ist eher Haltung, ein inneres Bereit-Sein. Es meint: in Hörweite Gottes leben, mit offenen Ohren des Herzens. Und wenn es so weit ist, auf ihn ausgerichtet sterben, selbst wo Gott schweigt. – Jesus hat’s geschafft, seine Ängste in Hingabe zu verwandeln, sie Gott darzubringen. So hoffe ich, dass auch ich, indem ich mich an ihn hänge, werde meinen Weg gehen können bis ans Ende – gehalten, getröstet, vielleicht sogar manchmal vom Herzen her gehorsam. :-)

Pfarrer Hans-Frieder Rabus

 

 

Jevrejima 5, 7-9 Judika 

Bilo je to mračno vreme za Isusa, o kom govori Poslanica Jevrejima: njegov strah od smrti: njegova molitva, ne bi li mogao biti pošteđen preteće patnje. Njegova molitva i borba u Getsimaniji. Isus zna šta je strah, šta je strah od smrti. A nikog nema da bude uz njega. Niko ko bi ga utešio ko sa njim pati, ko ga nosi. Isus se bor sam. I sasvim prirodno se bori proti smrti. Kao što bi neko od nas bio potpuno šokiran kada bi na primer lekar jednog dana posle ispitivanja morao da nam kaže: „Nažalost, kod vas smo otkrili zloćudni tumor, koji je već stvorio mnoge metastaze.“ – „Ali učinićemo sve, što je u našim rukama“, odmah bi lekar dodao. Isus nema nikoga ko bi sve učinio za njega. Njegovi najodaniji, tri učenika, koje je poveo sa sobom u vrt, spavaju.

„Naučio se poslušnosti iz onoga što je pretrpeo“ – tu ima jedna reč, jedno tumačenje priče iz Poslanice Jevrejima, koje mi je potpuno odbojno. Da je Isus kroz patnju morao da se nauči poslušnosti, - to je neka mračna pedagogija! Nekima među nama su možda bile potrebne desetine godina da se u svom duhovnom životu oslobode ovako strašne slike o Bogu. Da je Bog onaj koji čuje, koji ne dozvoljava da mu se gleda u karte, a ipak da želi da mu se potčinjavamo. Da bi patnja mogla biti i njegova kazna za neku moju grešku, za neposlušnost, za greh. – Takva slika o Bogu nije u saglasnosti sa onim kako je Isus inače objavljivao Boga i kako se susretao sa njim. Isusov Bog ne želi one koji puze i ulaguju se, koji su poslušni samo ako ih se pritisne odozgo. Inače nas ne bi stvorio po svom naličju, podarivši nam veliku silu stvaranja i odgovornosti za život, za ceo naš svet. Srećan sam što na ovo mestu čak i Isus mora da kaže: da mu to nije bilo sasvim jednostavno, to da bude poslušan. I on je to morao prvo da nauči.

Hajde da malo preciznije pogledamo, šta je to što Isus u pogledu Poslanice Jevrejima uči kroz molitvu i borbu. Za mene je veoma utešno, da se čak i Isus plaši smrti i da moli i preklinje u dubokoj nevolji: nek me mimoiđe ova čaša, poštedi me! Na taj način je on blizak sa svim onim u meni, što je u prvoj sekundi života moralo da sebi obezbedi vazduh – i što nikad neće sasvim nestati: moj krik pri rođenju. To šokantno, bespomoćno preklinjanje bez reči, maleckog ljudskog zavežljaja: pomozi mi! Sakri me golog, smrznutog, iznenada izloženog zemljinoj teži koja me vuče naniže i kroz meso i kroz kosti. Daj, čuvaj me svete, čoveče, Bože, smiluj se mojoj nevolji! – moj krik pri rođenju, nije li on prototip molitve? Tog očajničkog poziva u pomoć? Naše ja, iako u psihološkom smislu još uvek nemamo svest o sebi, od prve sekunde je moje prirodno ja u potrebi da preživi i plaši se za život, plaši se prolaznosti. Isus, pravi čovek, izgleda da je kao i svi mi. Na početku u jaslama, a onda u agoniji, u borbi da preživi koja počinje ovde u Getsimaniji. Bori se za život.

Kao i svi mi Isus uzvikuje – ali ipak drugačije. Veoma osetljivo, to izražava Poslanica Jevrejima: Isus „prinosi molitve i molbe“. Što znači: Isus ovde čini dve stvari istovremeno: bori se za svoj život i bori se za naš život. Kao sveštenik on za sve nas istupa pred Boga. Kao sveštenik ispunjava svoju obavezu, priprema žrtvu koja oslobađa i miri. Kao sveštenik, Isus prinosi svoje i naše suze pred Boga – takoreći žrtva iz dubine, poslednji dar onog koji više ništa nema i ne može da da, osim sebe samog u svoj nevolji. I govori reč Bogu, koja je veća od uplašenog srca. Kaže: „Ali neka ne bude moja volja, nego tvoja“, moj Bože i Oče. Ava, tata, kaže Isus i daje se u ruke Božije, koje tako neshvatljivo muče. On se predaje, a da ne odustaje neutešno ili prkosno od sebe. Nema više nikakve sigurnosti, a ipak je spreman, da ide svojim putem. U smrt. U život. Održava ga samo slušanje. Slušanje Boga, koji samo jedno kaže: Idi ovim putem do kraja. Put na kome će ti se uzeti tvoje ja, a ne znaš šta će u smrtnoj tami iz moje stvaralačke ruke u tebi novo nastati. „Iako je bio Sin, naučio se poslušnosti iz onoga što je pretrpeo“. Taj jedinstveni čovek. Koji je mogao da rasčini vladavinu svog prirodnog ja. Jer je njegovo srce razumelo da čuje, ne samo njegove uši. Jer je voleo, svog božanskog oca, a i sve nas sa našim bolovima i suzama.

Ovo nije priča za imitiranje. Nema poziva: saberi se, uči poslušnost kao Isus i prevaziđi svoje strahove. Ovim nismo pozvani da imitiramo, već da posmatramo, da osećamo, da se divimo, pitamo: Ko sam ja – a ko si ti Božiji Sine, brate, u mojim nevoljama? Šta to čini sa mnom, kad mojim strahovima daš reč i noći pune očaja prineseš Bogu u svojim suzama? Može li biti da tako što u tebe gledam, da moje neumoljivo-uplašeno ja i moje bolno biće više nije potpuni vladar? Jer ja u tvojim borbama sa Bogom i sa sobom, u tebi samom imam zastupnika, koji se bori i za moje nevolje. Koji ih ne rešava ali ih iznosi pred Boga, kao glas kada ja ostanem bez reči. Kao osluškivanje kada ja opažam samo ćutnju i besmisao. Kao „poslušnost“ prinosi Isus moju nevolju pred Boga, još kroz krik bola – poslušno. Po-slušnost je stav unutrašnje spremnosti. To zanči: živeti u Božijoj blizini tako da ga možete čuti, otvorenih ušiju i srca. Jer kad bude došlo dotle, da usmereni prema njemu umiremo, čak i kad Bog ćuti. – Isus je uspeo da svoje strahove pretvori u posvećenost, da je prinese Bogu. Tako se nadam da ću i ja, tako što se njega držim, moći da pređem svoj put do kraja – nošen, utešen, možda ponekad i u srcu poslušan. Amin.