Lätare

2. Korinther 1, 3-7

Sie musste lächeln unter Tränen, die Frau, noch keine vierzig. In einer Situation, wo man nur noch trostlos weinen konnte. Ihr Mann war gestorben, nach schwerer Krankheit. Ich hatte die Familie öfters besucht, die Nöte und Fragen mit ausgehalten, auf die ich auch keine Antwort wusste. Warum schlägt das Leben manchmal so unbarmherzig zu? Trifft einen begabten Musiker und Verleger, Vater von zwei Mädchen, fünf, sieben Jahre nur. – Doch sie musste lächeln unter Tränen, die Frau, die mich angerufen hatte: Soeben habe er den letzten Atemzug getan; ob ich zu ihnen kommen wolle? Stumm war sie mir vorangegangen die Treppe hoch zur Wohnung. Wir sprachen wenig, spürten miteinander seiner Anwesenheit nach, die um den reglosen Leib zu verschweben begann. Die Kinder fanden eine Sprache ohne Worte. Stiegen ins Bett zu dem Toten und kuschelten sich an ihren Papa, wie sie’s so oft getan hatten. Saugten sich voll, trösteten sich mit seiner Körper-Nähe. Und schienen mir darin auch die Mutter ein wenig zu trösten. „Ja, Kinder: Liebe bis zuletzt“, sagten ihr Lächeln und ihre Tränen. Und ich, der zum Beistehen gekommen war, ging beschenkt nach Hause dann, mit diesem Anblick im Herzen - einem Tröstungsbild, das mir geblieben ist.

Was ist das für ein Geheimnis mit dem Trost? Die äußere Situation ändert sich hier ja nicht. Der Papa dieser Mädchen lag tot im Bett. Aber es kehrte so etwas wie eine kühlende Brise ein ins Zimmer, ein unwillkürliches Aufatmen und Luftholen. Dass sich die Lunge weitet und die erstarrte Seele kurz ins Strömen kommt: ein tiefes Aufseufzen, ein Ausatmen der Spannung, ein Lächeln gar. Wo das Leben stockt, aufhört – da mittendrin spüren: Ja, ich komme wieder zu Atem. Mein Inneres schöpft Kraft, das auszuhalten, was da so weh tut und mich einschnürt. Trotz allem Schmerz: mein Leben geht weiter, ganz kreatürlich: ich krieg wieder Luft. So fängt Trost an schon in unserm Körper. Und die Seele folgt diesem Luftholen, wird ruhiger vielleicht in einer bergenden Umarmung. Kommt frei für einen Moment von dem bohrenden Schmerz, der mich ganz vernichten will. Ein Streicheln, ein Händedruck, eine Grußkarte, ein Blumenstrauß, eine Mail, eine tröstende Stimme am Telefon – es sind so viele Weisen, wie wir Menschen Trost geben und empfangen können. Und ein wenig Mut bekommen, das Schlimme durchzustehen.

Warum schlägt das Leben manchmal so unbarmherzig zu? Auch ein Paulus hat darauf keine Antwort. Wenn die Not grundlos ist, abgründig tief, helfen keine Erklärungen. So sehr wir Menschen danach hungern, irgendeine Logik hinter dem Schweren zu erkennen, das uns heimsucht. Als könne das trösten, wenn wir eine Erklärung für das Unglück wissen. Paulus beruft sich auf Gott, den Vater Jesu Christi schon zu Beginn seines Briefes. Mit einem Lobpreis oder Dank beginnt er alle seine geistlichen Sendschreiben. Wie wenn er an das Vorzeichen erinnern wollte, das seine Beziehung zu den Mitchristen in Korinth, Rom, Philippi prägt: Gott ist es, der uns seinen Sohn Jesus Christus geschenkt hat. Gott ist es, der uns in die Gemeinschaft mit ihm berufen hat. Eine Gemeinschaft der Liebe, die stark ist wie der Tod. Eine Gemeinschaft, die sich andockt an den leidenden Christus, der qualvoll sterben musste am Kreuz. Und der von Gott gerufen wurde zur Auferstehung in ein neues, unvergängliches Leben. Das ist jetzt Grundlage und Vorzeichen für alles, was dem Paulus auch begegnen mag und ihm das Herz schwer machen will. Er hängt sich an den Vater des Erbarmens und Gott allen Trostes.

Menschen anderer Religionen empfinden das manchmal als schauerlich, unästhetisch. Dass wir Christen einen Gefolterten und Sterbenden in unseren Kirchen hängen haben. Viele Künstler malen auch den Auferstandenen so, dass er seine klaffende Wunde an der Seite zeigt. Als solle da niemals Gras drüber wachsen. Aber wenn ich’s recht verstehe, ist das eine Einladung für uns. Dass wir unsere Lebensverwundungen mit seiner offenen Wunde verbinden. Dass wir uns trösten lassen in dem Bild: so nah ist uns Gott gekommen, dass meine Wunden seine eigenen sind. So wird er mich bergen und tragen, wo ich vor Schmerz nimmer kann und am liebsten aufgeben möchte. Wie eine Umarmung aus der Ewigkeit ist sowas. Ein Mitfühlen des verwundeten Christus, das hinunterreicht in meine tiefste Not. Die ist dadurch nicht weg. Aber ich bin nicht alleingelassen mit ihr. Sondern mit Gott verbunden, der da weiß, wie Leiden schmeckt. Und der das Leiden zu einem Weg machen kann und will. Zum Weg, geöffnet zu leben. Geöffnet dafür, wie kostbar unsere Lebenszeit ist, die Gott uns schenkt. Wie unwiederbringlich jede Sekunde, die ich atme. Und ebenso geöffnet leben für den Menschen neben mir: dass wir sehen wollen, wie es um ihn steht.

 

Wenn Menschen die eigenen Wunden von Gott her sehen und den Mitmenschen aufmerksam und mitfühlend wahrnehmen, beginnt ein wundersamer Kreislauf. Paulus beschreibt hier eine Zirkulation der Trost-Energien, die einen beim Hören fast schwindlig macht: Von Gott, dem Vater des tröstlichen Erbarmens werden wir in unseren Nöten getröstet, damit wir den Trost anderen in ihren Nöten weitergeben können. So wie Leidenszeiten uns zum Teilhaben zwingen am Leiden Christi, werden wir auch durch den frischen Wind seiner Auferstehung zum Aufatmen gebracht und getröstet. – Manchmal wünsche ich mir solche Glaubenszuversicht, in der Paulus den trostvollen Blutkreislauf des Christenlebens hier beschreibt. Ich hab sie nur ganz selten, wenn ich mal unten bin. Aber ich habe schon manchmal erfahren: da gibt es Menschen, die nehmen dich wahr. Manchmal denken sie aus der Ferne an dich und schicken dir einen Gruß - intuitiv zur rechten Zeit -, ohne zu wissen, wie du gerade dran bist. Wie aus einer anderen Welt kommt das dann ins Herz. Und manchmal bist du selbst eine Wohltat für andere, und ahnst es nicht. So geht es zu unter Menschen, die geöffnet sind für den Geist Gottes. Ein Kreislauf des Spürens, Wahrnehmens, Aufmunterns und Tröstens. Drum schließe ich heute frei nach Paulus mit dem Merksatz für christliches Gemeinschaftsleben: Egal, wie mitgenommen du gerade bist, einer/eine ist immer bei Trost - und gibt dir davon weiter. :-)

Pfarrer Hans-Frieder Rabus

 

 

2. Korinćanima 1, 3-7 

Osmehivala se kroz suze, žena koja još nije dosegla četrdesetu. I to u situaciji kada bi se moglo samo neutešno plakati. Njen suprug je preminuo posle teške bolesti. Često sam posećivao tu porodicu, zajedno smo podnosili nevolje i pitanja, na koja ja nisam imao odgovore. Zašto život ponekad udara toliko nemilosrdno? Pogodi nadarenog muzičara i izdavača, oca dve devojčice od samo pet i sedam godina. – No, ona je morala da se osmehuje uprkos suzama, gospođa koja me je nazvala: Upravo je izdahnuo; da li mogu doći do njih? Nemo je predamnom koračala uz stepenice ka stanu. Malo smo govorili, zajedno smo osećali njegovo prisustvo koje je počelo da leluja nad nepomičnim telom. Deca su našla jezik bez reči. Popela su se u krevet umrloga i ugnezdila se uz svog tatu, kao što su to toliko često činili. Potpuno su se priljubile, tešile se bilizinom njegovog tela. A meni se činilo da tako pomalo teše i svoju majku. „Da, deca: ljubav do samog kraja“, govorili su njen osmeh i njene suze. A ja, koji sam došao na sučešće, odlazim svojoj kući darovan tim prizorom u srcu – slika utehe, koja je ostala.

Koja je to tajna utehe? Spoljašnja situacija se pri tom ne menja. Tata ovih devojčica je ležao mrtav u krevetu. Ali u sobu je ulazio kao neki sveži dašak, nehotičan uzdisaj i izdisaj. Da se pluća prošire i skamenjenu dušu na kratko prostruje: duboki uzdisaj, izdisaj napetosti, čak i smešak. Tamo gde se život sapliće, prestaje – u sred toga osetiti: dolazim do daha. Moje biće crpi snagu da izdrži ono što toliko boli i steže me. Uprkos svom bolu: moj život se nastavlja, u skladu sa nastajanje: ponovo dolazim do daha. Tako uteha počinje već u našem telu. A duša sledi taj uzdah, postaje možda mirnija u zaštitničkom zagrljaju. U jednom trenutku se oslobađa prodornog bola, koji hoće da me potpuno uništi. Milovanje, stisak ruke, karta sa pozdravom, buket cveća, jedan mejl, utešan glas preko telefona – toliko je mnogo načina kako ljudi umeju da teše i primaju utehu. Da dobiju malo ohrabrenja, da izdrže ono što je teško.

Zašto život nekad udara tako nemilosrdno? Ni Pavle nema odgovor na to pitanje. Kada je nevolja bez osnova, duboka, bez dna, ne pomažu nikakva objašnjenja. Koliko god da mi žudimo da prepoznamo neku logiku iza svega toga mučnog što nas sanlazi. Kao da bi nas to moglo utešiti, ako bi našli neko objašnjenje za nesreću. Pavle se poziva na Boga, Oca Isusa Hrista već na samom početku svog pisma. Hvalospevom i zahvaljivaljnjem počinje sve svoje poslanice. Kao da želi da podseti na predznak koji je deo njegovog odnosa sa hrišćanima u Korintu, Rimu, Pilipu: Bog je taj koji nam je darovao svog sina Isusa Hrista. Bog je taj, koji nas je pozvao u zajedništvo sa njim. U zajedništvo ljubavi, koja je snažna kao smrt. Zajedništvo koje pristaje uz Hrista koji pati, koji je morao da umre na krstu, u mukama. I koga je Bog pozvao da vaskrsne u nov, neprolazan život. To je sada osnov i predznak za sve što se može Pavlu desiti i što hoće da mu oteža srce. On se drži Oca samilosti i Boga sve utehe.

Ljudi drugih religija poneka nalaze za jezivo, neprmereno, to što mi hrišćani u našim crkvama prikazujemo mučenog i umirućeg. Mogi umetnici prikazuju i Vaskrslog tako da se vide njegove otvorene rane. Kao da tu više trava ne raste. Ali ako ja to dobro razumem, to je vrsta poziva za nas. Da mi svoje životne rane povežemo sa njegovim otvorenim ranama. Da se tešimo slikom: tako blizu nam Bog prišao, da su moje rane, lično njegove. Tako će me on štititi i nositi, kad god ja od bola više ne mogu i kada bih najrađe odustao. Nešto kao zagrljaj iz večnosti. Saosećanje ranjenog Hrista, koje seže do moje najdublje nevolje. Ona na taj način ne nestaje, ali ja nisam sam sa njom, već sam povezan sa Bogom koji zna za ukus patnje. Koji patnju može i hoće da pretvori u put otvoren ka životu. Otvoren za dragocenost vremena u životu koje nam Bog daruje. Koliko je nepovratna svaka sekunda u kojoj dišem. Ali takođe da otvoreno živimo za čoveka kaj mene: da želimo da vidimo kako mu je.

Kada ljudi sopstvene rane vide iz Božijeg ugla i svoje bližnje pažljivo i saosećajno opažaju,onda počinje divan ciklus. Pavle ovde opisuje cirkulaciju energije utehe, od koje vam se skoro zavrti u glavi: u našim nevoljama teši nas Bog, Otac samilosti i svake utehe, da bi mi mogli da pružimo utehu drugima u nevolji. Kao što nas vreme patnje primorava da imamo učešća u Hristovim patnjama, tako nam se svežim daškom njegovog vaskrsenja pruža dah i uteha. – Ponekad poželim sebi takvo uzdanje vere koje Pavle ovde opisuje kroz ciklus utehe hrišćanskog života. Veoma retko do ostetim, kada sasvim potonem. Ali sam ponekad doživeo: ima ljudi koji te primećuju. Ponekad iz daleka misle na tebe i pošalju ti pozdrav – intuitivno u pravom trenutku- , ne znajući kako si trenutno. Kao iz drugog sveta, to onda dolazi pravo do srca. A ponekad si ti sam dobro delo za druge, a da to ni ne slutiš. Tako se dešava među ljudima koji su otvoreni za Duha Božijeg. Ciklus osećanja, opažanja, ohrabrenja i utehe. Zato danas završavam slobodno po Pavlovim rečima sa rečenicom za pamćenje za hrišćanski život u zajednišvtu: Svejedno koliko ti je sada teško, neko je uvek u prilici da teši – i predaje ti to dalje. Amin.